Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist ein Naturheilverfahren, das freilebende Tiere instinktiv zu schätzen wissen. Pferde, Rinder, Schafe oder Wisente begeben sich daher ganz gezielt in Gewässer, um die kleinen Egel für sie arbeiten zu lassen. Als Dank für ihre Blutspende hinterlassen die Blutegel ihren äußerst wirksamen und bis heute nicht vollständig erforschten Speichel, der heilsame Kräfte besitzt. Nicht umsonst hat man jahrzehntelang versucht, diesen „Wirkstoff“ synthetisch nachzubauen – alle Versuche sind jedoch gescheitert.

Einer der Blutegel-Wirkstoffe, das Hirudin, ist ein weltweit anerkanntes Arzneimittel, das bei verschiedenen Blutgerinnungsstörungen Anwendung findet.                                                           

Blutegeltherapie

Heutzutage gilt die Blutegeltherapie als Heilverfahren, das eine sinnvolle Ergänzung zur Schulmedizin darstellt. Die moderne Forschung hat längst belegt, dass die Heilwirkung von Blutegeln  keinesfalls auf mittelalterlichem Aberglauben beruht.

Aus diesem Grund werden Blutegel speziell für medizinische Zwecke steril gezüchtet und können über die Apotheke bezogen werden.

Blutegel zur medizinischen Anwendung unterliegen der Arzneimittelverordnung nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 Arzneimittelgesetz.   

Wirkung des Blutegelspeichels:

  • antientzündlich
  • antibakteriell
  • schmerzlindernd
  • abschwellend
  • durchblutungsfördernd

Therapiemöglichkeiten

Blutegel kommen zum Einsatz u.a. bei:

  • Arthritis / Arthrose
  • Gelenkfehlbildungen, z.B. HD, ED
  • Erkrankungen der Wirbelsäule,  z.B. Spondylose,  Cauda equina , Bandscheibenvorfall
  • Muskelverhärtungen
  • Hauterkrankungen, wie Ekzeme  & Abszesse, Hot Spots
  • Blutohr (Othämatom)
  • Schlecht heilende oder infizierte Wunden
  • Mastitis (Gesäugeentzündung)
  • Narbenproblematik
  • Hämatome, Blutergüsse
  • Venenerkrankungen, Thrombose

Was muss ich bei einer Blutegeltherapie beachten?

Blutegel sind empfindlich, weshalb wir vorab über eventuell eingenommene Medikamente, verwendete Salben und Co. sprechen. Die Einnahme blutverdünnender Medikamente sollte vor der Therapie eingestellt werden. Bei einer Blutgerinnungsstörung des Patienten dürfen Blutegel nicht zum Einsatz kommen.


Sprich vorab gerne mit dem behandelnden Tierarzt und informiere dich darüber, ob eine Blutegeltherapie beim Krankheitsbilddeines Hundes sinnvoll und unterstützend ist.

Wie läuft eine Blutegeltherapie ab?

Grundsätzlich in ruhiger und entspannter Atmosphäre und daher vorzugsweise in der gewohnten Umgebung des Tieres.  Es kommen je nach Krankheitsbild und Größe Ihres Tieres ein oder mehrere Egel zum Einsatz. Blutegel sind intelligente Tiere und suchen instinktiv die beste Stelle zum „Beißen“.

Eventuell muss unterstützend etwas Fell freigelegt oder geschoren werden. Hat der Egel seine Stelle gefunden, verharrt er dort  für einige Minuten bis zu 1,5 Std. und macht „seinen Job“.

Auf keinen Fall darf der Egel währenddessen entfernt werden – daher sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.


Beachte bitte auch, dass die Einsatzstelle bis zu 12 Stunden nachbluten kann und soll. Es kann ein leichter Verband angelegt werden, der die Nachblutung aufsaugt, allerdings nicht als Druckverband. Der Biss des Egels ist nicht schmerzhaft – man sagt, dass der Blutegelspeichel auch einen leicht betäubenden Stoff enthält, der das Ganze angenehm und kaum spürbar werden lässt.


Die Anzahl und die Abstände der Sitzungen richten sich nach dem Krankheitsbild des Tieres.